Sommerloch
Eine große Gefahr für die Umwelt und (gesitige) Gesundheit: Das alljährliche Sommerloch. In 2007 will sich aber partout kein Sauregurkenthema durchsetzen. Weder die Steuererleichterung für Frauen, das rissige Denkmal für die ermordeten Juden noch die Abschaffung des Normalbenzins schafften es, die Medienaufmerksamkeit zwischen Mitte Juni und August lange genug an sich zu ziehen.

Quelle: Photocase.com
Schade! Was hatten wir doch für einen Spaß in den Sommermonaten vergangener Jahre: Killerspiele, Leinenpflicht, Rechtschreibreform, Braunbär Bruno. Sogar die Außenpolitik war fürs Sommerloch geeignet. Anfang der 90er etwa wurde heiß darüber diskutiert, ob man nicht die Ferieninsel Mallorca für 50 Milliarden Mark dem spanischen Staat abspenstig und als 17. Bundesland in den deutschen eingliedern solle.
2003 sagte immerhin der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Italienurlaub ab. Der Grund: Benito MussolinisSilvio Berlusconis Tourismusminister Stefani zog in einzigartigen Hetztiraden über die alljährliche bundesdeutsche Urlauberinnen- und Urlauberschar her. Alle diese Episoden und Histörchen sind uns trotz ihres geringen Nachrichtenwertes noch gut in Erinnerung. Im “normalen” Medienbetrieb sollten sie es allenfalls auf den Springer-Boulevard schaffen.
So jedenfalls die graue Theorie. In der Praxis dehnt sich das Sommerloch beängstigend aufs Rest-Jahr aus. Eine Verflachung der Käuferinnen-Leser-Zuschauerinnen-Konsumenten hungrigen Medienwelt lässt den aufmerksamen Beobacher kaum noch einen Unterschied zwischen Saurer-Gurken-Zeit und medialem Normalbetrieb ausmachen. Was ist denn wertvoller: Die abseitigen Berichterstattung über die Lack-und-Leder-Landrätin Gabriele Pauli (März 2007). Oder die fast schon ausufernde Berichterstattung zum Klimawandel (2006)?
Ohhh toll endlich wieder was zum Lesen!
Kann Robert nur zustimmen. Schön, endlich wieder etwas von Dir zu lesen, das Sommerloch scheint überwunden
Bis bald!
Au ja! Endlich! Und wenigstens gleich wieder was mit Käuferinnen-Leser-Zuschauerinnen-KonsumentenInneninneninnen. Sooo lassen sich doch die größten Sommerlöcher füllen. Egal, ob man’s versteht.