Einssechsvier
Die Grünen lieben Bremen - und umgekehrt ist es offenbar auch so. So hat das Zwei-Städte-Bundesland an der Weser als Erstes eine Landtagsfraktion der “Alternativen” gewählt (1979). Und gestern gaben die Hanseatinnen und Hanseaten den Bündnisgrünen das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt. Unter der Führung von Spitzenfrau Karoline Linnert erhielten die Kandidatinnen und Kandidaten 16,4 Prozent und die Partei einen klaren Regierungsauftrag.

In Bremen offenbar mit Bündnis 90/Die Grünen; Foto: Till Westermayer, CC
Ein Meer der Tränen tat sich hingegen bei SPD und CDU auf. Auch wenn Wahlsieger Senatspräsident Jens Börnsen (SPD) alles versuchte, die Realität mit markigen Worten zu überstrahlen: “Seine” große Koalition mit der CDU hat zirka 10 Prozent ihres Stimmanteils eingebüßt. Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass sie damit abgewählt ist.
Damit könnte in Bremen die seit 2005 erste Rot-Grüne Regierung bekommen und der großen Koalition auf Bundesebene die Zweidrittelmehrheit im Bundesrat wegnehmen. Innenminister Wolfgang Schäubles Träume von rechtsstaatswidrigen Verfassungsänderungen dürften damit endgültig futsch sein. Das Wahlergebnis von Bremen also auch ein Signal für die gesamte Bundesrepublik - vielleicht abermals auch für die Stellung der Grünen im Parteiensystem.
: Die Wahlergebnisse in Bremen
: Grafik auf Spiegel Online
: Bremen Wahl: Klarer Regierungsauftrag
: Pressemitteilung von Claudia Roth am 13. Mai 2007