Kudammkultur

By André Stephan

Aufatmen in der City West: Heute ist der Mietvertrag für das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm verlängert worden. Die von der Schließung bedrohten Spielstätten haben nun eine Frist zum 15. Januar 2008 (Theater) bzw. 30. Juni 2008 (Komödie) erhalten, bis zu der sie ausziehen müssen. Bis dahin sind weitere Anstrengungen der Senatskulturverwaltung gefragt, den Traditionsbühnen entweder adäquate Ersatzflächen zu bieten oder den Eigentümer der betreffenden Liegenschaften zum Umdenken zu bewegen.

Komödie am Kurfürstendamm; Foto: Thomas Grünholz
Komödie und Theater prägen das Gesicht des Kurfürstendamms; Fotos (2): Thomas Grünholz

Das Kudamm-Karree, wo die Bühnen angesiedelt sind, wurde Ende 2006 von einer Tochter der Deutschen Bank an den internationalen Großinvestor Eurocastle verkauft. Die DB Real Estate hatte schon 2006 versucht, die Gebäude zu entmieten. Internationaler Protest aber auch stadtweite Aktionen haben dies verhindern können. Nun also ist die Atempause kodifiziert - in Form der Mietvertragsverlängerung. “Eine langfristige Lösung sieht anders aus”, bemerkte Theaterdirektor Martin Woelffer heute vor der Presse dennoch treffend. Es dürfte auch weiter eine Herausforderung sein, in der anhaltend ungewissen Lage diejenigen Projekte zu realisieren, die die beiden Bühnen beim Publikum so begehrt machen.

Theater am Kurfürstendamm; Foto: Thomas Grünholz

Die Senatsverwaltung für Kultur, deren Kopf der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) seit den letzten Wahlen persönlich ist, muss aber ein gesteigertes Interesse daran haben, den Kurfürstendamm nicht nur als Einkaufs- und Wohnviertel sondern auch als Kulturstätte zu erhalten. An Spielstätten wie die beiden Theater am Kudamm-Karree wie auch die Schaubühne am Lehniner Platz macht sich die hervorgehobene Zentrumsfunktion fest und bilden eine etablierte wie populäre Facette unserer Stadt. Einkaufen allein kann man schließlich auch woanders.

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