Heraus

By André Stephan

Mit dem “friedlichsten 1. Mai seit 20 Jahren” (Wolfgang Wieland, Bündnis 90/Die Grünen) hatte wohl niemand gerechnet, selbst die Polizei nicht. Mehrere zehntausend Menschen auf dem Kreuzberger Mariannenplatz ließen sich auch durch “durchreisende” Demonstrierende nicht beirren und genossen die Mischung aus Volksfest, Konzert und Politik.

Was geht denn hier?; Foto: André Stephan
Was geht denn hier? Viel los auf dem Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg

Nur vereinzelte Action-Kids suchten gegen Abend wieder den Nervenkitzel. Sowohl in der Walpurgisnacht als auch vom 1. zum 2. Mai flogen vereinzelt Steine und Flaschen. Doch auch wenn die Springerpresse heute nachträglich (wieder) ordentlich Öl ins Feuer goss - weder Kreuzberg noch Friedrichshain sind über das verlängerte Wochenende hinweg abgebrannt.

Statt dessen darf sogar eine Repolitisierung des “Kampftages der Arbeitenden” konstatiert werden. Auf Demonstrationen à la Mayday (”Hol’ Dir Dein Leben zurück”) wurde gegen die Ausbeutung in Niedriglohn-Arbeitsverhältnissen, durch Ketten-Praktika oder das Ermöglichen von Studiengebühren “gekämpft”. Die Gewerkschaften machten überall in der Stadt für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns mobil.

Kreuzberg und Bündnisgrüne - ein unzertrennliches Paar; Foto: André Stephan
Kreuzberg und Bündnisgrüne - ein unzertrennliches Paar; Fotos (2): André Stephan

Dem schlossen sich in einem Maiaufruf auch Bündnis 90/Die Grünen Berlin an. “Von Arbeit muss man leben können”, heißt es in der Erklärung auf der Homepage des Landesverbandes. Den frommen Versprechungen und Ausreden von SPD und Union dürfe man keinen Glauben schenken. Wohl auch darüber wurde an den gut besuchten Infoständen der Partei auf dem Mariannenplatz, in Hohenschönhausen und auf vielen weiteren Maifesten in der Stadt diskutiert.

Nachtrag:

: 1. Mai - Es geht voran!
: Pressemitteilung von Volker Ratzmann, Vorsitzender der Fraktion
: Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin

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