Fehlt Planung?
Als Glücks-Redner wollte Ole von Beust offenbar nicht gelten. Der siebente Auftritt eines Ministerpräsidenten bei den von der Stiftung Zukunft Berlin initiierten Hauptstadt-Reden bestand vor allem aus Kritik-Äußerungen. Der Erste Bürgermeister der Hansestadt Hamburg warf den Ball zurück zu den Hauptstädterinnen und Hauptstädtern - und beklagte, dass diese selbst nicht wüssten, wohin es mit der Spreemetropole gehen soll.

Das Rathaus der Hansestadt Hamburg beherbergt Parlament und Regierung
Quelle: Flickr’s kotofoto, CC
Klar gebe es mit dem Schatten auch Licht. Doch seien die Erfolge - etwa im Finanz- und Wirtschaftsbereich - eher dem Zufall zu verdanken. Plnung und Steuerung sehe anders aus. Gleichwohl bot Hamburgs Stadtoberhaupt dem Berliner Senat eine stärkere Zusammenarbeit an. Schließlich erwarte die Bundesrepublik von ihrer Hauptstadt auch keine “One-Man-Show zu Gunsten des ganzen Landes”, wie der CDU-Politiker es formulierte.
Ansatzpunkte ergeben sich aus Hamburger Sicht in vielen Bereichen. Von Beust brachte eine gemeinsame Olympia-Bewerbung ebenso ins Gespräch wie eine “Wasserstoff-Modellregion”. Die gemeinsame Anschaffung entsprechender Fahrzeuge für die stadteigenen Verkehrsunternehmen wären dabei ebenso möglich wie gemeinsame Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung.
Die Rede des “Hamburger Ministerpräsidenten” zeigt erneut, dass es am guten Willen andernorts im Lande, die Hauptstadt voranzubringen, nicht fehlt. Klaus Wowereit und sein Senat sind gefordert, entsprechende Angebote ernsthaft zu püfen und anzunehmen. Berlin kann Hauptstadt-like ein Schaufenster für ganz Deutschland werden. Dafür müssen wir alle nicht nur an unserer Erwartungshaltung gegenüber anderen feilen. Es ist ebenso an uns, darüber nachdenken, was Berlin im Gegenzug für die Republik tun kann.
: Von Beust setzt auf Zusammenarbeit mit Berlin
: Tagesspiegel Online am 17. September 2007
Man bedient sich der Kritik von Ole von Beusts? Die Welt ist auch nicht mehr das, was sie einmal war!