Plus und Minus

By André Stephan

Foto: André StephanGegenüber vom Roten Rathaus trafen sie aufeinander: Die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Landesvorstand der Berliner Bündnisgrünen. Die Kreisverbände Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow hatten heute ihre Mitglieder eingeladen, mit der zukünftigen Landesspitze über deren politische Vorstellungen und die Zukunft des Verbandes zu diskutieren.

Etwa 80 kamen, dazu sieben Landesvorstandskandidatinnen und -kandidaten. Besonderes Augenmerk lag dabei naturgemäß bei den Anwärterinnen und Anwärtern auf die Landesvorsitze. Für die beiden quotiert zu vergebenden Ämter gibt es mittlerweile drei Kandidaturen: Neben Barbara Oesterheld und Irmgard Franke-Dressler bewirbt sich auch Matthias Dittmer (wie berichtet).

Dittmer betonte noch einmal, besonders auf Durchlässigkeit der Parteistrukturen Wert zu legen und den Wahlerfolg 2006 nutzen zu wollen, aus Bündnis 90/Die Grünen eine Mehrheitspartei zu machen. Außerdem macht sich der Schauspieler, der bereits in den 90er Jahren im damaligen Geschäftsführenden Ausschuss (jetzt Vorstand) vertreten war, für familienpolitische Inhalte stark.

Dressler und Oesterheld kritisierten beide eine Formulierung der Berliner Zeitung vom gleichen Tage, wonach Plus und Minus zwangsläufig Null ergäben. Beide sehen sich weder als Plus- noch als Minuspol. Sie würden vielmehr die Strömungen in der Partei integrieren und produktiv nutzen wollen. Die als Vertreterin des linken Flügels geltende Barbara Oesterheld machte klar, dass sie für demokratische Prinzipien wie Transparenz, Offenheit und weitgehende Mitbestimmungsmöglichkeiten stehe. “Reala” Irmgard Franke-Dressler sprang dem bei. Nur so könne es auch gelingen, jetzt vor allem die eigenen Inhalte zu definieren und damit die Position gegnüber den anderen Parteien zu stärken.

Insgesamt soll - so auch die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten für Ämter im Landesvorstand - mehr und besser diskutiert, abgestimmt und kommuniziert werden. Schade nur, dass erst auf Drängen, Zwischenrufen und Nachfragen aus dem Publikum die inhaltliche Positionierung klarer wurde. Denn das Bedürfnis der Parteimitglieder, zu wissen, wie ihre Protagonistinnen und Protagonisten thematisch “ticken”, ist schließlich berechtigt. Am Ende hat auch das mit Transparenz zu tun.

: Materialien zum Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen
: Berlin am 24. März 2007 (mit KandidatInnenvorstellung)

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