Kraftwerkstopp - und dann?
Bei aller Kritik am Neubau eines Steinkohlekraftwerkes an der Rummelsburger Bucht, wird zu Recht gefragt, wie denn die Energieversorgung des östlichen Berlins alternativ sichergestellt werden soll. Schließlich moniert der in der Kritik stehende Energieriese Vattenfall zu Recht, dass ein Mehrbedarf an Wärmeenergie besteht. Damit schürt er Unsicherheit auch bei Kraftwerksskeptikerinnen und -skeptikern.
So sind nach Unternehmensangaben seit 1990 etwa 400.000 Wohnungen zusätzlich an das Fernwärmenetz angeschlossen worden, deren Beheizung gewährleistet werden muss. Und weitere Abnehmerinnen und Abnehmer sollen folgen.

Bildschirmfoto: Berliner Zeitung
Eine Richtung aus dieser Misere weist die Bündnisgrüne Abgeordnetenhausfraktion. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung fordert deren Energieexperte Michael Schäfer unter anderem endlich ein wissenschaftlich fundiertes Energiekonzept für die Hauptstadt. Mit einer fortschrittlichen Energiepolitik gelänge es nicht nur, das Kraftwerk “zu kippen”, sondern auch mit den Folgen klarzukommen.
Darüber hinaus will der Politiker deutlich einfachere Verwaltungswege, wenn es darum geht, Förderung oder Genehmigungen für Solaranlagen zu erhalten. Zurzeit werde man noch durch den Verwaltungsdschungel gejagt und an “irgendein Bezirksamt verwiesen”. Auch bei Rot-Rot sind die Ansprüche bei Klima- und Umweltschutz groß. Allein bei den Taten sind sie noch nicht so weit. Aber nur darauf kommt es an. Salbungsvolle Worte werden den Klimawandel schließlich nicht eindämmen.
: Wir werden das Kohlekraftwerk kippen
: Gespräch mit Michael Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen)
: in der Berliner Zeitung vom 16. März 2007
Na dann frohes Gelingen bei diesem Vorhaben!
Na immerhin haben sich mittlerweile alle Abgeordnetenhausparteien zumindest zu Teilen und womöglich nur halbherzig aber doch immerhin öffentlich gegen das Kraftwerk gestellt.