Fleißiger Regenbogen
Kaum zu glauben, aber es war das erste Mal: Mit viel Prominenz aus der lesbisch-schwulen Community, aus Politik und aus Projekten begingen Berlins Bündnisgrüne am Freitag ihren Regenbogenempfang. Eine Premiere, obwohl sich die “Alternativen” schon seit ihrer Gründungszeit für die Belange von Vielfalt und Lebensformen stark gemacht haben. Die Partei rief - und etwa 150 Gäste kamen zu Schlückchen und Schnittchen in den Preußischen Landtag, der bekanntlich das Abgeordnetenhaus von Berlin beherbergt.

Viel Andrang beim Regenbogenemfang der Bündnisgrünen-Abgeordneten Thomas Birk
und Anja Kofbinger (rechts im Bild); Foto: André Stephan, CC
“Wunderbar quotiert” (O-Ton Franziska Eichstädt-Bohlig, Fraktionsvorsitzende) sind seit Herbst 2006 Anja Kofbinger wie auch Thomas Birk für die Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern zuständig. Sie machten in einer inhaltsschweren aber kurzweiligen Ansprache klar, viel vor zu haben und vor Tatendrang fast zu platzen. Für beide unterstrich der Empfang das Bedürfnis, den Gästen aus allen Bereichen der “Community” Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, nah am Geschehen zu sein und das Treiben des Parlamentarismus in die Öffentlichkeit zu tragen.
Denn lesbisch-schwules Leben hat in Berlin zwar Tradition. Aber mitnichten wird es von den Umbrüchen in Politik und Verwaltung verschont. So gelte es etwa, die Projektarbeit zu sichern, dem Senat bei der Schaffung der Antidiskriminierungsstelle kritisch auf die Finger zu schauen und nicht zuletzt die neuen Möglichkeiten der Gesetzgebung - Stichwort Refprm des Föderalismus - für mehr Gleichberechtigung von lesbischen und schwulen Partnerschaften zu nutzen. Der Schwerpunkt des Abends lag dennoch auf den Schwierigkeiten Polens, im Geltungsbereich der Europäischen Menschenrechtskommission anzukommen. Eine Fahrt zum Warschauer CSD ist ebenfalls in Planung. “Unser Zug ist schon voll”, freute sich Birk.